Jahresrückblick Teil 1 – SR-Hallenturnier

1919 bis 2019: Die Schiri-Gruppe Bamberg wird 100 Jahre alt

2019 ist für die Schiedsrichter-Gruppe Bamberg ein Jubiläumsjahr: Denn seit 100 Jahren leiten Bamberger Schiedsrichter Spiele, sie trafen und treffen Entscheidungen in allen Alters- und von den niedrigsten bis zu den höchsten Spielklassen. anpfiff.info und Fränkischer Tag begleiten die Gruppe mit regelmäßigen Artikeln durch ihr Hundertstes.

 

 

Im November 1918 endete der vier Jahre andauernde Erste Weltkrieg, der weltweit Millionen von Menschen das Leben kostete. Die Folgen des Krieges rissen Deutschland in eine riesige Inflation und damit auch in eine gesellschaftliche Krise. Die lange Jahre lahmgelegte Sportbewegung allerdings entwickelte sich zaghaft wieder. In diese Zeit hinein gründete sich die Schiedsrichtergruppe Bamberg. „Im Jahr 1919 fand aufgrund einer Anregung des FC Bamberg eine Vorbesprechung mit verschiedenen Vereinsvertretern im Münchener Hof statt, wenige Wochen danach folgte die Gründungsversammlung mit 18 Teilnehmern. Erster Vorsitzender wurde damals Josef Stöhr vom 1.FC Bamberg.“, blickt die über 250 Seiten umfassende Chronik der Gruppe auf die ersten Tage ihrer mittlerweile hundertjährigen Geschichte zurück.

 

Eines der frühesten Bilder aus der Anfangszeit: Hier im Jahr des 10. Bestehens 1929.

 

Größte Gruppe in Oberfranken

Seitdem ist viel geschehen: Wachstum und Erfolge durften gefeiert, stürmische Zeiten mussten überstanden werden – aber welcher Hundertjähriger hatte nur schöne und sonnige Tage in seinem Leben!? Fest steht jedenfalls, dass die Gruppe Bamberg schnell zur größten in Oberfranken wurde und heute zu den stärksten in ganz Bayern gehört. Ausgehend von den 18 Gründungsmitgliedern stiegen die Zahlen kontinuierlich an, der Höchststand lag bei 580, aktuell sind es etwa 430 Mitglieder. Schon nach dem Zweiten Weltkrieg gab es mit dem späteren Obmann Hans Wagner und Hans Loch, der in der Folgezeit Bezirks-Lehrwart wurde,  Pfeifenmänner aus Bamberg, die Spiele in der höchsten Liga (damals Oberliga Süd mit Teams wie Bayern München, Eintracht Frankfurt oder Waldhof Mannheim) leiten durften. Weit oder sogar ganz nach oben schafften es später auch Referees wie Dr. Helmut Fleischer, sein Vater Karl Fleischer, Siegfried Brehm, Robert Schauer, Günther Reitzner, Reinhard Lorenz, Peter Schirner oder auch die beide FIFA-Schiedsrichterinnen Gertrud Gebhard (geb. Regus) und Elke Günthner sowie mit Markus Pflaum einer, der noch immer aktiv ist – und sorgten für einen hervorragenden Ruf der Bamberger Schiedsrichter.

 

Aber auch jene, die es nicht zu höheren Weihen an der Pfeife brachten oder bringen werden, sind mindestens ebenso wichtig: Die Referees an der breiten Basis, die Woche für Woche in den untersten Ligen bei Wind und Wetter zuverlässig die Möglichkeit eines geordneten Spielbetriebs gewährleisten! Die zwar nicht überregional bekannt werden, die aber auf den Plätzen in und um Bamberg nicht mehr wegzudenken sind. Und die sich damit in den Dienst des Amateur-Fußballs stellen, aber auch der – manchmal berechtigten, nicht selten aber auch unberechtigten Kritik.

 

Die Schiedsrichter-Gruppe Bamberg im Jahr 1959. Das Bild entstand auf der alten – heute nicht mehr vorhandenen – Radrennbahn beim FV 1912 Bamberg.

 

„Atom-Gruppe…“

Als Untergruppen wurden 1965 die Gruppen Ebern (kam 1992 zu Coburg-Lichtenfels) und 1966 Höchstadt/Aisch (2006 in Steigerwald umbenannt) gegründet. In unruhigen Phasen kam es bisweilen zu Verwerfungen, Streitereien und Rücktritten. Und die Gruppe geriet kurzfristig sogar ins Taumeln. Die Chronik zitiert aus einem Protokoll Mitte der Siebziger: „Jeder schreit und will Recht haben. Die Schiedsrichterkameraden wollten sich fast schlagen.“ Dennoch hatte Bamberg Anfang der 80er die bei weitem meisten qualifizierten Referees im Bezirk vorzuweisen. Ähnlich unruhig ging es um die Jahrtausendwende innerhalb der Vereinigung zu. Kein Wunder, dass das die Phase war, in der die Bamberger Schiedsrichter-Vereinigung in Verbandskreisen nur noch die „Atom-Gruppe“ genannt wurde… Der Leistungsfähigkeit und Qualität der Schiedsrichter taten diese Querelen keinen Abbruch.

 

Die Zusammenkünfte, Veranstaltungen und Lehrabende fanden im Laufe der Jahre immer wieder in verschiedenen Bamberger Lokalitäten und später in Sportheimen statt. Seit mehreren Jahren haben die Bamberger Schiedsrichter mittlerweile eine feste Heimat beim SV Dörfleins.

 

Die Auftaktveranstaltung im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums der Gruppe Bamberg war das 37. Oberfränkische Schiedsrichter-Turnier in der Aurachtalhalle. Dort entstand das Bild mit (v.li.) Schirmherrin StM Melanie Huml, BSO Dr. Michael Völk, GSA Simon Winkler, GSO und KSO Günther Reitzner, der seit 2006 Obmann ist und Stegaurachs Bürgermeister Thilo Wagner.

 

Stabil ins zweite Jahrhundert des Bestehens

Zahlreiche bedeutende Köpfe prägten auf dem Feld und/oder als Funktionäre die Geschichte der Schiedsrichter-Gruppe Bamberg. Seien es die Schiedsrichter/-innen auf der FIFA- oder DFB-Liste oder langjährige Obmänner wie Karl Perl, Rainer Pflaum oder Günther Reitzner, der die Gruppe seit 2006 an- und nun in ihr 100-jähriges Jubiläum führt. Nicht zu vergessen die Lehrwarte, von denen Josef Waldl die längste Amtszeit vorweisen kann. Sie und die zahllosen anderen Referees, die in keiner Ehren- oder Bestenliste auftauchen, haben dafür gesorgt, dass die Gruppe auch in einer von Schiedsrichter-Mangel geprägten Zeit, stabil und gesund in das zweite Jahrhundert ihres Bestehens gehen darf. So, wie sich die Personen in all den Jahren geändert haben, so haben sich auch die Regeln und die Anforderungen an die Schiedsrichter von der Zeit kurz nach dem Ersten Weltkrieg bis in unser digitales Zeitalter gewandelt. Kaum einer kann sich heute noch vorstellen, dass die Anreise zu den Spielen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder bestenfalls mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewerkstelligt werden musste. Heutzutage könnte der Schiedsrichter sogar, wenn er wollte, per Handy die aktuellen Spielstände direkt ins BFV-System eingeben. Zwischen diesen Entwicklungsschritten lag ein langer und manchmal steiniger Weg. Aber egal, was für Anforderungen dieser Wandel an die Schiedsrichter-Gruppe stellte, sie musste mit der Zeit gehen und sie ging mit der Zeit. Eines hat sich jedenfalls nicht geändert: Ohne eine gehörige Portion Idealismus ging es 1919 ebenso wenig, wie 2019.

 

In den folgenden Monaten des Jahres 2019 werden wir in regelmäßigen Abständen über bekannte und weniger bekannte Pfeifenmänner und -frauen, Kuriositäten, Geschehnisse oder Entwicklungen berichten – und so das Jubiläumsjahr der Schiedsrichter-Gruppe Bamberg würdigen.

 

Quelle: Anpfiff.info

 

Nun noch ein paar eigene Worte zum Turnier:

Unsere Mannschaft spielte in der Gruppenphase gegen die SRVGG Steigerwald (2:2), gegen die SRVGG Hochfranken (0:0), gegen die SRVGG Hof (1:2) und gegen die SRVGG aus Bayreuth (1:2). Somit wurden wir mit „nur“ 2 Punkten, trotz einer eigentlich guten Leistung nur 4ter. Was nun das Spiel um Platz 7 für unsere Jungs bedeutete. Hier ging es dann gegen die SRVGG Maintal-Rödengrund. Das Spiel konnten wir nach dem 6-Meter Schießen mit 3:2 gewinnen und uns somit den 7ten Platz sichern. Am Ende des Turnieres wurden wir dann noch als Fairste Mannschaft mit nur 5 Fouls ausgezeichnet und gingen somit nicht mit leeren Händen aus der Halle.

 

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei der SpVgg Stegaurach, den sehr vielen Gästen bzw. Zuschauern, den Anpfiff für die Bilder sowie die Berichtserstattung und bei allen die uns an diesem Tag unter die Arme gegriffen haben. Zudem gilt ein ganz besonderer Dank an das Jugendrotkreuz aus Bamberg/ Hallstadt, welche sich hervorragend um die medizinische Versorgung bei der gesamten Veranstaltung gekümmert haben.

 

Hier die Platzierungen des 37. Turniers:

  1. SRVGG Kronach
  2. SRVGG Kulmbach
  3. SRVGG Hof
  4. SRVGG Bayreuth
  5. SRVGG Hochfranken
  6. SRVGG Coburg-Ebern
  7. SRVGG Bamberg
  8. SRVGG Maintal-Rödengrund
  9. SRVGG Steigerwald
  10. SRVGG Marktredwitz

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